Sonntag, 7. Juni 2009

neues zuhause

Ich komme gerade vom gemeinsamen Essen mit Freunden beim leckeren Italiener gegenüber. Und freue mich, wie schön ich es hier habe. Vor ca. einem dreiviertel Jahr bin ich nach Heidelberg gezogen, raus in die Welt, die Uni ruft. Die Welt findet für mich nun gerade 170 Kilometer vom alten Zuhause entfernt statt, neues Leben und neuer Alltag.
Ich wollte was erleben, als ich von zu Hause wegging, eine neue Stadt erobern und so bald es geht mich dort heimisch fühlen. Nun lebe ich hier, studiere Jura, bewege mich in vertrauter Umgebung und entdecke trotzdem weiter neue Lieblingsplätze.
Unter meinen Lieblingsjuristen scheint jedoch derzeit eine mehr oder weniger hartnäckige Anti-Stimmung zu grassieren. Heidelberg, so konservativ, so klein, so arrogant, so touristisch. Und das Juristische Seminar - ein Graus, ranzig, bis oben voll mit Spießern, Ellenbogen-Karrieristen und miesen Gerüchten. Ich meine, ich liebe große Städte, in denen immer ein bisschen Abenteuer in der Luft liegt, Städte mit einem hochglänzenden und einem hässlichen Gesicht. Und trotzdem liebe ich mein Heidelberg, weil Abenteuer eben das sind, was ich daraus mache.
Und ich wollte mal fragen, Leute, haben wir`s nicht schön hier? Jeden Morgen fahren wir mit dem Fahrrad zur Uni, bewegen uns in maximal 15 Minuten durch die Innenstadt von A nach B. Wir treffen uns, wie heute, abends zum Essen, oder zum Trinken, Reden, Kaffee, Lernen, wie auch immer.
Es war ein schöner Abend heute, einer an dem ich mich mal wieder gefreut hab, euch alle zu kennen, auch ihr tragt zu meinem neuen Zuhause-Gefühl bei. Aber eine Großstadt muss es sein, Berlin, München, Hamburg, Brunsbüttel,... achso ja. Ist ja eigentlich egal, nur eben nicht Heidelberg.
Jedes juristische Seminar in ganz Deutschland wird spätestens nach zwei Hausarbeiten "ranzig" und dass die Mehrheit der Jurastudenten Karrieresäue sind, das ist nicht nur in Heidelberg so.
Ansonsten ist Heidelberg nicht unbedingt eine Hochburg linker Revolutionäre, aber eben doch kein Kaff im Schwarzwald, es gibt also durchaus die ein oder anderen Freigeister.
Was ich aber eigentlich sagen wollte: genießt, was ihr habt, wo ihr seid und zwar hier, jetzt. Was auch immer der ein oder andere von euch vielleicht in einem Jahr Zuhause nennen wird, wir haben jetzt eine tolle Zeit.
Ich genieße in vollen Zügen. Fahre jeden Morgen mit dem Fahrrad über den Neckar und lasse mir von Windböen die Haare zerraufen. Genieße die Sonne auf unserem Balkon, gehe aus dem Haus um über die Brückenstraße zu bummeln oder kaufe mir ein Eis in der tollsten Eisdiele der Stadt um mich damit auf die Neckarwiese zu legen. Um mich herum sitzen hunderte Studenten, trinken Bier, lesen, spielen Volleyball oder quatschen einfach mit Freunden. Heidelberg ist klein, aber nicht zu klein; gut möglich, dass es hier langweilig wird, wenn man mal 30 ist. Aber für Studenten ist Heidelberg ein toller Fleck Welt.
Ich liebe es, Sonntagnachmittage im Café auf dem Neuenheimer Marktplatz an mir vorbeiziehen zu lassen oder nachts auf dem Philosophenweg die Stadt zu überblicken. Ich liebe unsere Nächte im Karlstorbahnhof, wenn ich irgendwann barfuß tanze, weil meine Füße schmerzen und es ohnehin spät genug ist, dass sowas keinen mehr interessiert.
Also, was ist: haben wir es nicht schön hier?

Kommentare:

  1. danke, evarr :) life is what u make of it. stop complaining, start living.

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  2. gilette, wie recht wir doch haben. viel spaß übrigens auf dem southside - start living und so :)

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